21./22 September 2013 - geschrieben von Anika Mazzier

Samstagmorgen, 8:25 Uhr, zu einer sehr humanen Zeit und mit viel guter Laune und Sonnenschein im Gepäck machte sich eine aufgestellte kleine Turnerschar auf Richtung urchiges Appenzellerland. Zur Stärkung und um die Zugfahrt etwas zu verkürzen, wurden wir mit frischen Gipfeli verköstigt, danke Steffi!:) Einige waren schon im Zug voller Tatendrang und Worte, die sie loswerden wollten, andere genossen die Zeit, welche noch nicht mit Anstrengung verbunden war. In Wasserauen angekommen, wurde zuerst wichtiger Reiseproviant eingekauft, sodass nun alle mit einem Rucksack voller Köstlichkeiten und ohne Regenkleider Richtung Berge aufbrachen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, 800 Höhenmeter sind definitiv angenehmer mit der Seilbahn zurückzulegen als zu Fuss, somit ersparten wir unserer Gruppe den Aufstieg und starteten den Fussmarsch von der Ebenalp aus. Es ging durch die Höhlen, vorbei an den Turnschuhtouristen, weiter zum Wildkirchli und auf Grund der Wanderfreudigkeit einiger musste, zum Leidwesen anderer, auf die erste Rast im Äscher verzichtet werden. Nach knapp 1 ½ Stunden Laufzeit liessen wir uns an einem sonnigen Hang mit schöner Aussicht nieder, um unseren mitgebrachten Lunch zu vertilgen, doch ehe man sich versah waren wir von dickem Nebel umgeben. Zum Glück wussten wir, dass unser nächstes Ziel nicht weit entfernt war, noch einige hundert Meter steil bergauf, schon erreichten wir das Gasthaus Schäfler. Nach einem weiteren Mittagessen für die einen, einem Kaffee für die anderen und einen warmen Orangenpunsch für fast alle ging es weiter. Auf Grund des Nebels, der uns immer wieder die schöne Aussicht zu Nichte machte und einfach nie ganz verschwinden wollte, entschieden wir uns spontan für den direkten Abstieg Richtung Seealpsee. Auf der Karte übersahen wir wohl einige Höhenkurven, denn der Weg nach unten stellte sich als nahezu senkrecht heraus. Doch auch diese Herausforderung meisterten wir, unterstützt durch einige Jodelversuche eines talentfreien Vereinsmitgliedes, fehlerfrei und unter dem Nebelmeer erwartete uns strahlender Sonnenschein und die Aussicht direkt auf den Seealpsee. Mit dem Ziel vor Augen ging es rasch bergab bis wir schlussendlich die Ufer des schönen Bergsees erreichten und uns etwas erschöpft aber zufrieden in der Gartenbeiz unserer Unterkunft niederliessen, wo bereits die beiden „Nachzügler“ auf uns warteten. Kaum waren die letzten Sonnenstrahlen verschwunden und die beiden Massenlager bezogen, wurde uns auch schon ein feiner z’Nacht aufgetischt, welchen alle hungrig verschlangen. Auf Grund eines Versprechens machten sich die Jüngeren unter uns nach dem Essen noch auf Richtung Steg und genossen eine romantische Ruderbootsfahrt im Mondschein auf dem Seealpsee, welche für (fast) alle trocken endete. Den Rest des Abends liessen wir gemütlich bei einem Schlummi, guten Gesprächen und einer Jassrunde ausklingen, bevor sich nach und nach alle in ihr Schlafgemach verzogen. Der zweite Tag startete mit einem nährhaften Frühstück mit wunderschönem Ausblick direkt auf den See. Das Überraschungsprogramm, welches inzwischen gelüftet worden war, stand an und so machten wir uns zu Fuss auf den Weg ins Tal. Einige Stationen weiter mit der Appenzeller Bergbahn erwartete uns die Rodelbahn im Jakobsbad. Zwei Fahrten zu zweit für jeden und viel Geschrei und Vergnügen später stand bereits wieder Essen auf dem Programm. Ein Feuerchen wurde entfachte, die Würste kunstvoll eingeschnitten und die Sonne genossen, bevor am Nachmittag Klettern auf dem Seilpark in luftiger Höhe anstand. Zum Glück blieb mir die Ausrede des Fotografierens und bereits nach kurzer Zeit beneideten mich einige um den festen Boden unter den Füssen. Spätestens auf der langen Strickleiter im Wald war es dann auch unseren Tapfersten nicht mehr ganz wohl. Trotzdem meisterten alle die verschiedenen Parcours bravurös und überwanden wohl oder übel ihre Ängste, denn ein Weg zurück gab es nicht. Danach hatten wir uns eine weitere kleine Stärkung verdient, bevor bereits wieder die Heimreise angetreten werden musste. Zufrieden schaue ich auf ein lustiges und schönes Wochenende zurück, vielen Dank allen, die etwas dazu beigetragen haben!
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